“Der Schlaf in den Uhren” von Uwe Tellkamp
Nov 25th, 2007 by Kristina
Wir lesen zur Zeit “Der Schlaf in den Uhren” im Deutsch-Lk und wie ich finde ist die
Geschichte sehr anspruchsvoll.
Tipp: Bevor ihr euch die Geschichte überhaupt durchlest, solltet ihr euch schon vorab Infos besorgen. Das habe ich auch gemacht, da ich anfangs nur Bahnhof verstanden habe und nach dem Durchlesen von anderen Infos, ging das Durchlesen UND Verstehen ganz schnell.
Zu Uwe Tellkamp sollte man wissen, dass er in Dresden geboren wurde und dort auch aufgewachsen ist. Er wurde 1968 geboren und lebte somit während der Besatzungszeit in Dresden.
In seinem Buch verarbeitet er seine Erinnerungen und hebt sich von normalen Geschichtsbüchern ab, in dem er sehr detailliert Beobachtungen beschreibt.
Die Geschichte beginnt mit einem Auszug aus der Oper “Rosenkavalier” (Marschallin ist eine Figur in der Oper). Das spielt in der Gegenwart ab.
Anschließend erinnert sich Fabian (der Erzähler) an seine verstorbene Schwester und fragt sie in seinen Gedanken, ob sie sich an eine Straßenbahnfahrt durch Dresden erinnert (1. Vergangenheitsebene).
Mit dem Erwähnen des Duchi-Parfums der sowjetischen Damen kommt der erste Gedankensprung von Fabian. Nun erinnert er sich an ein Gespräch mit Lucie Krausewitz (ihr Mann Arno sitzt daneben und spricht manchmal dazwischen). Lucie erzählt von der Schokoladenfabrik, in der sie einmal arbeitete. Sie erzählt davon, dass eines Tages die sowjetischen Soldaten in ihre Fabrik kommen. Sie und ihre Freundin Bleuger Liese verstecken sich unter der Badewanne voll mit Schokolade und nur der Vorarbeiter bleibt da. Als die Soldaten die Mädchen entdecken und sie mitnehmen wollen, stellt sich der Vorarbeiter zwischen sie und die Soldaten erschießen ihn. Die Bleuger Liese versucht Lucie zu retten, doch der Versuch geht schief und sie stirbt auch.
Zwischendurch kommt es zu immer wiederkehrenden Gedankensprüngen von Fabian und er erzählt wieder von der Straßenbahn.![]()
Des weiteren kommt es zu einer dritten Vergangenheitsebene. Der Erzähler erinnert sich ebenfalls an seine Kindheit und seinen Vater, der die Schallplatte zur Oper “Rosenkavalier” anschalten möchte.
Der Romanauszug endet mit dem Rückblick in das Jahr 1914, denn der Erzherzog ist ermordet worden und die “comme-il-faut-Gäste” unterhalten sich darüber.
Man sollte sich schon farblich erkennbar machen, um welche Vergangenheitsebene es sich gerade handelt, das schafft einen gewissen Überblick
Ich denke, dass es Uwe Tellkamp vor allem um die Erinnerungen geht und dabei spielt die Zeit natürlich eine wichtige Rolle.
Zu dem Satzbau kann gesagt werden, dass der Autor sehr lange und komplexe Sätze verwendet und Satzzeichen wie Punkt und Anführungzeichen kaum verwendet. Die meisten inhaltlichen Unterschiede werden durch Absätze verdeutlicht. Das soll den Ablauf der Gedanken im eigenen Gehirn darstellen. Wir denken ja selbst nicht strukturiert, sondern springen in den verschiedenen Zeiten hin und her.
Für das Abitur ist es sehr wichtig Zusammenhänge zu anderen Romanen herzustellen. Wenn ihr mal darauf achtet, dann ist in diesem Romanauszug auch sehr viel mehr Schein als Sein. Das wird nur sehr unauffällig angedeutet. Auf Seite 32 wird bspw darüber gesprochen, dass künstliche Aprikosen in die Bäume gehängt werden, damit es schöner aussieht. Na woher kennt man den Ausdruck “Mehr Schein als Sein” ? Natürlich von Felix Krull!
Wenn ihr noch etwas Gutes im Unterricht herausgefunden habt, dann teilt es doch bitte den anderen mit
Ich würde mich freuen und lest euch die Kommentare am besten noch einmal durch. Da findet man mittlerweile hilfreiche Dinge.
ACHJA, wenn ihr die Geschichte von Uwe Tellkamp selbst hören wollt, wie er die einzelnen Wort betont, dann könnt ihr euch das hier als Video ansehen.
Weitere Quellen:


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